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Die Psychotherapie ist ein facettenreiches Feld, das durch verschiedene Ansätze geprägt ist. Eine effektive Möglichkeit, die Qualität der therapeutischen Arbeit zu steigern, ist die Intervision. In diesem Blogbeitrag werden wir zunächst einen kurzen Überblick über das Konzept der Intervision geben und anschließend untersuchen, wie es in drei der häufigsten psychotherapeutischen Ansätze implementiert werden kann: Verhaltenstherapie, Psychodynamische Therapie und Systemische Therapie.

Was ist eine Intervision?

Die Intervision ist eine kollegiale Beratungsmethode, bei der Fachleute aus dem gleichen Berufsfeld ihre Erfahrungen und Fälle miteinander teilen. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Probleme, sondern auch die Ressourcen und Lösungen. Dieser Austausch ermöglicht es den Teilnehmer:innen, ihre Fähigkeiten zu erweitern, neue Perspektiven zu gewinnen und die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern.

Die klassischen Therapieansätze

Psychotherapeutische Ansätze sind vielfältig und werden auf die individuellen Bedürfnisse und Probleme der Patient:innen zugeschnitten. Hier werfen wir einen Blick auf die drei häufigsten Therapieformen: Verhaltenstherapie, Psychodynamische Therapie und Systemische Therapie.

Verhaltenstherapie:

Als eine der am weitesten verbreiteten Therapieformen legt die Verhaltenstherapie ihren Schwerpunkt auf konkretes Verhalten und seine Veränderung. Der Ansatz geht davon aus, dass Verhaltensweisen erlernt sind und somit auch verlernt oder modifiziert werden können. In der therapeutischen Praxis stehen konkrete Zielsetzungen und die Anwendung von Techniken wie systematischer Desensibilisierung oder kognitiver Umstrukturierung im Vordergrund. Die Verhaltenstherapie orientiert sich stark an empirischen Erkenntnissen und hat sich besonders bei der Behandlung von Angststörungen, Depressionen und Zwangsstörungen bewährt.

Psychodynamische Therapie (Psychoanalyse, Tiefenpsychologie):

Die psychodynamische Therapie wurzelt in den Ideen von Sigmund Freud und legt ihren Fokus auf das Unbewusste, die Bedeutung von frühen Lebenserfahrungen und die Dynamik der Psyche. In der Psychoanalyse wird angenommen, dass viele psychische Probleme auf unbewussten Konflikten basieren, die durch freie Assoziation und Traumdeutung aufgedeckt werden können. Die Tiefenpsychologie, ein verwandter Ansatz, betont die Bedeutung des Unbewussten, konzentriert sich jedoch stärker auf gegenwärtige Beziehungen und Emotionen. Die psychodynamische Therapie zielt darauf ab, verborgene Konflikte bewusst zu machen und durch Einsicht und Verarbeitung zu lösen.

Systemische Therapie:

Im Gegensatz zu den individuellen Schwerpunkten der vorherigen Ansätze betrachtet die systemische Therapie den Menschen als Teil eines sozialen Systems. Hierbei können familiäre, partnerschaftliche oder berufliche Beziehungen entscheidenden Einfluss auf das individuelle Wohlbefinden haben. Die systemische Therapie setzt auf die Untersuchung von Interaktionen und Kommunikationsmustern innerhalb des Systems. Der Therapeut arbeitet nicht nur mit dem Individuum, sondern auch mit dessen Beziehungen und Umfeld zusammen. Diese Ansatzweise ist besonders effektiv bei der Behandlung von Beziehungsproblemen, Familientherapie und anderen Kontexten, in denen die Dynamik zwischen Menschen zentral ist.

Die detailliertere Betrachtung allein dieser drei Therapieansätze verdeutlicht nicht nur ihre jeweiligen theoretischen Grundlagen, sondern auch die Vielseitigkeit der therapeutischen Interventionen. Jeder Ansatz bietet ein einzigartiges Verständnis von psychischen Problemen und eine spezifische Herangehensweise an die therapeutische Arbeit. Diese Vielfalt ermöglicht es Therapeut:innen, ihre Praxis an die individuellen Bedürfnisse ihrer Patient:innen anzupassen und verschiedene Techniken je nach Kontext anzuwenden.

Intervision und Psychotherapie – passt das zusammen?

Intervision, als eine Form der kollegialen Beratung, bezieht sich auf den Austausch von Erfahrungen und Reflexionen zwischen Fachleuten aus dem gleichen Fachgebiet oder verwandten Fachgebieten. Obwohl die Konzepte von Intervision und den genannten Therapieansätzen unterschiedlich sind, können sie miteinander verbunden werden, um die professionelle Entwicklung und Qualität der therapeutischen Arbeit zu fördern.

Verhaltenstherapie und Intervision:

In der Verhaltenstherapie kann Intervision dazu dienen, Fallbeispiele und Fallkonzepte zu besprechen, innovative Interventionstechniken zu evaluieren und alternative Perspektiven zu erkunden. Der Austausch über individuelle Herangehensweisen zur Verhaltensänderung ermöglicht es den Teilnehmer:innen, von unterschiedlichen Perspektiven zu lernen und ihre eigene Methodik zu verfeinern. Therapeut:innen können sich so gegenseitig bei der Anwendung spezifischer Techniken unterstützen, Feedback zu therapeutischen Fortschritten geben und gemeinsam Strategien zur Bewältigung von Herausforderungen entwickeln.

Ziele und Erfolge:

  • Erfahrungsaustausch zur Verbesserung von Interventionsstrategien
  • Reflexion über eigene therapeutische Herangehensweisen
  • Identifikation von blinden Flecken in der therapeutischen Arbeit

Psychodynamische Therapieansätze und Intervision:

In der psychodynamischen Therapie, die tiefe Einblicke in das Unbewusste und frühe Lebenserfahrungen bietet, eröffnet die Intervision eine Plattform für die gemeinsame Analyse komplexer Fälle. Therapeut:innen können ihre theoretischen Hintergründe teilen und gemeinsam nach verborgenen Ursachen psychischer Konflikte suchen. So kann die Intervision beispielsweise dazu genutzt werden, um Träume, Übertragungs- und Gegenübertragungsdynamiken zu besprechen. Der kollegiale Austausch dient dazu, unterschiedliche Interpretationen von Symbolen und unbewussten Prozessen zu erforschen, um eine breitere Perspektive auf den therapeutischen Prozess zu gewinnen.

Ziele und Erfolge:

  • Erweiterung der Interpretationsmöglichkeiten durch kollegialen Input
  • Reflektion über die Übertragung- und Gegenübertragungsdynamik
  • Förderung von Verständnis und Sensibilität für diverse therapeutische Ansätze

Systemische Therapie und Intervision:

Die Systemische Therapie, die sich auf die Interaktionen innerhalb von Systemen konzentriert, kann von der Intervision besonders profitieren. Hier geht es nicht nur um die Analyse individueller Fälle, sondern auch um die Reflexion über familiäre Dynamiken, Kommunikationsmuster und die Auswirkungen von Interventionen auf das gesamte System. Die Intervision bietet Raum für den Austausch über komplexe Interaktionen und unterstützt Therapeut:innen dabei, ihre Rolle im Kontext von Beziehungsnetzwerken besser zu verstehen.

Ziele und Erfolge:

  • Verständnis für komplexe soziale Systeme vertiefen
  • Entwicklung neuer Ideen und Ansätze zur Intervention in familiären Kontexten
  • Förderung von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in der systemischen Arbeit

Die Integration von Intervision in diese verschiedenen Therapieansätze ermöglicht eine breite Palette von Diskussionen, die von der spezifischen Anwendung von Techniken bis hin zu tieferen theoretischen Überlegungen reichen. Die Reflexion über die Anwendung von Intervisionsprinzipien in unterschiedlichen Kontexten fördert nicht nur das Verständnis für die jeweiligen Therapieformen, sondern trägt auch dazu bei, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen zu schätzen.

Wie können Psychotherapie und Intervision verbunden werden?

Die Integration von Intervision in die verschiedenen Therapieansätze kann die Professionalität und Qualität der therapeutischen Praxis verbessern. Neben der Weiterentwicklung von therapeutischem Know-how und der Erweiterung des fachlichen Repertoires, fördert die Intervision auch den Austausch von Erfahrungen, die Anerkennung unter Kolleg:innen und die Stärkung der beruflichen Identität. Darüber hinaus trägt sie zur Stressreduktion bei und bietet eine unterstützende Gemeinschaft in einem oft anspruchsvollen Berufsfeld.

Es ist wichtig zu beachten, dass die erfolgreiche Umsetzung von Intervision eine offene Haltung der Teilnehmer:innen und eine vertrauensvolle Kommunikation zwischen den Kolleg:innen erfordert. Auch die Leitung der Intervisionsgruppe spielt eine entscheidende Rolle, um einen strukturierten und respektvollen Austausch zu gewährleisten.

Das Intervisionsportal als Ressource

Um die Integration von Intervision in psychotherapeutische Praxen zu erleichtern, fungiert das Intervisionsportal als zentrale Anlaufstelle und stellt somit eine wertvolle Ressource dar. Hier können sich Psychotherapeut:innen über bestehende Gruppen informieren, einen Antrag auf Teilnahme stellen und sich mit Gleichgesinnten vernetzen. Die Vielfalt der verfügbaren Themen und die Option, nach Schwerpunkten und Erkrankungen zu filtern, ermöglichen die Bildung von effektiven und themenspezifischen Intervisionsgruppen. Zudem erleichtert die Plattform die Organisation von Treffen, die Klärung von Formalitäten und schafft eine virtuelle Umgebung für den Austausch von Fällen und Ideen.

Das Intervisionsportal schafft somit nicht nur Raum für die Organisation von Intervisionsgruppen, sondern bietet auch eine wertvolle Wissensbasis. Es dient als Plattform für den Austausch bewährter Methoden, die Diskussion über aktuelle Herausforderungen und fördert die Vernetzung von Therapeut:innen über ihre jeweiligen Fachrichtungen hinweg. Wer also den Wunsch verspürt, an einer Intervisionsgruppe teilzunehmen, findet im Intervisionsportal die ideale Anlaufstelle, um diese Chance zu nutzen und von den Vorteilen einer kollegialen Beratung zu profitieren.

Fazit:

Die Integration von Intervision in unterschiedliche psychotherapeutische Ansätze eröffnet einen reichen Raum für kollegialen Austausch und professionelles Wachstum. Von der Verhaltenstherapie über die psychodynamische Therapie bis hin zur systemischen Therapie bietet die Intervision eine vielseitige Möglichkeit, die Qualität der therapeutischen Arbeit zu steigern.

Durch die bewusste Anpassung an die spezifischen Bedürfnisse und Ziele jeder Therapieschule kann die Intervision als integraler Bestandteil einer jeden psychotherapeutischen Praxis fungieren. Das Intervisionsportal stellt dabei eine wertvolle Ressource dar, die den Austausch erleichtert und die Integration von Intervision in den therapeutischen Alltag unterstützt. Wer Interesse an der Teilnahme hat, kann über das Portal aktiv dazu beitragen, die eigene therapeutische Praxis zu bereichern und die Qualität der psychotherapeutischen Versorgung insgesamt zu verbessern.

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