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Psychotherapeut:innen verbringen einen Großteil ihres Arbeitsalltags mit der Behandlung von Patient:innen. Neben den wöchentlichen Sitzungen fallen jedoch viele weitere Aufgaben an, wie beispielsweise die Leistungserfassung, Berichte an den Gutachter, Abschlussberichte oder Verlaufsberichte an Ärzte, die Durchführung von psychotherapeutischen Sprechstunden und die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen in Form einer Dokumentation. Für den Erfolg von Psychotherapie spielt die Beziehung zwischen Therapeut:in und Patient:in eine entscheidende Rolle. Das Hauptwerkzeug einer Therapeut:in ist deshalb sie selbst. Eine hilfreiche Unterstützung zur Reflexion des Therapieprozesses, aber auch zur Selbstreflexion oder zur Beantwortung von Fragen rund um den Praxisalltag, kann der Austausch mit Kolleg:innen sein.  

Was ist die Kernidee einer Intervision?

In Form von Intervisionsgruppen können sich Kolleg:innen in regelmäßigen Abständen treffen, Fälle besprechen und gemeinsam ihre therapeutische Arbeit fortwährend reflektieren. Der Austausch soll den therapeutischen Prozess verbessern, aber beispielsweise auch Unterstützung in Form von Psychohygiene oder bei berufspolitischen und praxisverwaltungsrelevanten Fragen bieten. 

Rahmenbedingungen der Intervisionsgruppe

Je nach Zielsetzung der Intervisionsgruppe und Berufsgruppe (insbesondere Richtlinienverfahren) der Teilnehmenden gibt es verschiedene Methoden, eine Intervision durchzuführen und ggf. klarer zu strukturieren oder absichtlich relativ offen zu lassen. Regulär besteht eine Intervisionsgruppe aus mindestens drei Teilnehmenden, von denen eine Person in der Regel die Gruppenverantwortlichkeit innehat und damit den Akkreditierungsprozess bei der zuständigen Kammer verwaltet.  

Vorbereitung und Ablauf einer Intervision

Spätestens zu Beginn der Intervision sollte eine Person bestimmt werden, die das Protokoll führt. Hier kann es sinnvoll sein, zwei Personen zu bestimmen, die sich abwechseln, falls eine Person selbst einen Fall vorstellen möchte. Zudem sollte gesammelt werden, wer einen Fall vorstellen möchte bzw. eine zu klärende Frage hat, falls dies nicht schon vorher getan wurde. Eine moderierende Person kann die Punkte in eine entsprechende Ordnung bringen und die Gesprächsführung übernehmen. Es kann sinnvoll sein, den Intervisionsprozess regelmäßig zu reflektieren, die Zielsetzung, Durchführung und Rollenverteilung nachzuschärfen und ggf. Anpassungen vorzunehmen. Je nach Vereinbarung variiert die Dauer der Intervision, in der Regel sollten anderthalb Stunden eingeplant werden.

Die richtige Intervisionsgruppe finden

Bevor Sie sich auf die Suche nach einer geeigneten Intervisionsgruppe machen, sollten Sie für sich klären, was Sie von einer Intervisionsgruppe erwarten.   

  • Möchten Sie die Möglichkeit haben, sich mit Kolleg:innen Ihres Fachgebietes auszutauschen oder suchen Sie einen interdisziplinären Austausch, um fachübergreifende Lösungsansätze zu erhalten?   
  • Möchten Sie mit der Intervisionsgruppe Fortbildungspunkte sammeln, muss die Gruppe dementsprechend akkreditiert sein oder werden?  
  • Wir häufig möchten Sie sich treffen? Digital oder analog? Wie viele Personen sollte die Gruppe maximal haben?  

Finden Sie Ihre Intervisionsgruppe auf dem Intervisionsportal

Das Intervisionsportal kann Ihnen helfen, eine Gruppe zu finden, die Ihre Wünsche erfüllt. Im Portal finden Sie Gruppen aus allen Bundesländern, über verschiedene Themengebiete hinweg. Hier können Sie sich vernetzen und Ihre Intervisionsgruppe finden. Über die Gruppenfilterfunktion können Sie nach verschiedenen Kriterien (Bundesland, Akkreditierungsstatus, digitale/analoge Treffen usw.) filtern und eine Beitrittsanfrage stellen. Sie können auch sehr einfach Ihre eigene Gruppe gründen und Interessenten zulassen.   

Planen Sie Zeit innerhalb Ihrer Intervision ein, um intervisionsspezifische Dinge zu besprechen. Dadurch kann gewährleistet sein, dass Unstimmigkeiten frühzeitig geklärt werden und die Gruppe langfristig bestehen bleibt.   

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